Wenig Wasser in Flüssen und Seen - Brandenburg an der Havel verbietet Gartenbewässerung am Tag

Mi 21.06.23 | 14:17 Uhr
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Symbolbild: Eine Frau giesst ihre Pflanzen mit einem Gartenschlauch (Quelle: dpa/Christin Klose)
Bild: dpa/Christin Klose

Viele Flüsse und Seen in Brandenburg führen wegen der anhaltenden Trockenheit wenig Wasser. Brandenburg an der Havel reagiert nun und verbietet, Wasser aus Gewässern zu entnehmen. Auch die Nutzung des Grundwassers wird eingeschränkt.

Die Stadt Brandenburg an der Havel hat die Wasserentnahme aus oberirdischen Gewässern "durch Pumpen oder Ableiten" per Allgemeinverfügung verboten. Das teilte die kreisfreie Stadt am Mittwoch mit. Demnach gilt das Verbot ab Donnerstag bis zum 30. September.

Ausgenommen vom Verbot sind den Angaben zufolge Wasserentnahmen durch sogenannte Saugwagen, mit denen Bäume oder Sträucher auf öffentlichen Flächen gewässert werden.

Gartenbewässerung mit Grundwasser nur noch abends und nachts

Darüber hinaus beschränkt die Stadt das Bewässern privater Grün- und Gartenflächen mit Grundwasser. Das darf laut Allgemeinverfügung künftig nur noch zwischen 18 und 8 Uhr geschehen.

Grund für das Verbot sei, dass die Flüsse wenig Wasser führen und die Wasserstände von Seen und Teichen sinken. Mit dem Verbot der Wasserentnahme aus den Oberflächengewässern solle "dieser besorgniserregenden Entwicklung, verbunden mit der Gefahr der Verschlechterung der Wasserqualität, entgegengewirkt werden", hieß es weiter.

Nach der extremen Trockenheit der Jahre 2018 bis 2022 führe die anhaltend warme und trockene Wetterlage erneut dazu, dass die Fließgewässer im Einzugsgebiet der Havel nur sehr geringe Durchflüsse hätten. Die Niedrigwasserampel zeige seit einigen Wochen für die Havel die erste Warnstufe an. Für die Nebengewässer Plane und Buckau stehe die Ampel bereits jeweils auf Rot, was bedeutet, dass der ökologisch notwendige Mindestabfluss nicht mehr gegeben ist.

Mit dem Ausbleiben der Niederschläge, den ansteigenden Temperaturen und dementsprechend der Verdunstung, sei wieder ein stetiges Absinken der Grundwasserspiegel zu verzeichnen, teilte die Stadt weiter mit. Die wenigen, meist lokalen Niederschläge, können "zu keiner wirklichen Entspannung der Situation beitragen".

Wie sich der Grundwasserstand auf den Pegel von Seen auswirkt:

Erklärgrafik Grundwasserspeisung eines Sees (Quelle: rbb/Sophia Bernert)

Sendung: rbb24 Brandenburg aktuell, 21.06.2023, 19:30 Uhr

64 Kommentare

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  1. 64.

    Perlschläuche sind super wenn man so einiges beachtet. Ich versuche es aus der Praxis:
    Drucklos oder mit Druckminderer (Idealfall so beworben) ist nur mit Gefälle garantiert, dass das Wasser am Schlauchende ankommt. Nach 15 m wird es nicht mehr reichen, dass Regenwasser o.a. drucklos laufen zu lassen.
    Ihr Beispiel klappt nur mit Druck. Im Ringschluss ist aber auch 100 m zu viel. Das kann man testen. Der Druck wird deshalb nicht empfohlen, weil dieser die Lebensdauer von 6 Jahren dann nicht erreichen wird. Wenn man es macht ist der Tausch nach kurzer Einsatzzeit nötig, aufwendig auszugraben und neu zu verlegen.
    Wie erzeugt man den Druck? Trinkwasser :-(

  2. 63.

    Falls Sie eisenhaltiges Grundwasser ohne Filter verwenden ist der Spaß mit den Perlschläuchen in der Tat nach wenigen Metern vorbei.
    Ansonsten versuchen wir es nochmal mit der Physik. Die Schläuche werden auch als „drucklos“ verkauft, daher auch ein Druckminderer davor bzw. im Computer integriert.
    Da das Wasser nur tropft, ist die Fliessgeschwindigkeit vernachlässigbar klein, ergo kaum Reibung, kaum Druckverlust. Also sind 20-50m eher die Norm und bei Ringschluss auch mal über 100m möglich.
    Vielleicht meinen Sie wirklich Sprühschläuche, da spielt Druck und somit Reibung und Druckverlust eine entscheidende Rolle. Aber, wer nutzt sowas noch außer Kindergärten? Und da sicher nicht zum bewässern der Pflanzen.

  3. 61.

    Lesen Sie mal die Gebrauchsanleitung für Perlschläuche... Sie empfehlen diese ohne Ahnung warum nach 15 m Schluss ist?
    Warum greifen Sie jemanden an der sich gegen Neid und Missgunst einsetzt? Wir brauchen Leute die etwas leisten für den Planeten und sich auch belohnen können statt festkleben...

  4. 60.

    Ein typische Plädoyer für die übermäßige Nutzung der natürlichen Ressourcen des Planeten.

    Sie verkörpern für mich alles was in der Welt diesbezüglich falsch läuft. Konsum bis nichts mehr da ist, Hauptsache ich, ich, ich....

  5. 59.

    Das weiß nur der Herr....kennste...

    Ich hab einen günstigen Bewässerungscomputer mit einem programmierten Ventil für 6 Schläuche (Zonen) kombiniert. Ich hab zwar Tropfschläuche die gezielt auch Töpfe bewässert, aber ich weiß, dass 45 m Perlschläuche problemlos geht, teilweise auch bis 60m, mit meiner Konstruktion einfach 6x45m, Vorgarten etc eigene Zone, Mengenmäßig alles auf Standorte und Pflanzen abgestimmt.

    Aber manche wissen ja alles besser ;)

  6. 58.

    Gibt es denn keinen gesunden Menschenverstand mehr, muß immer alles auf Zwangsmaßnahmen und Verbote hinauslaufen?

  7. 57.

    Unglücklich formuliert. Regt an... zum Nachdenken?
    Stellen Sie sich folgendes Bild vor: Sinnloses Wasserentnahmeverbot begrüßt der missgünstige Faule, wenn er keinen Pool und keinen grünen Rasen hat (der viel Arbeit macht), so wie der Nachbar mit zu Recht höherem Einkommen (aufgrund des Aufwandes)... Jetzt wünscht sich der „Faule“ das dem Nachbarn der Rasen verbrennt und den ganzen Sommer in ein Poolloch ohne Wasser schauen muss. Ob sich dies die „klausbrauses dieser Welt“ so vorstellen? Wäre das denkbar?

  8. 56.

    „Von welchen "Versäumnissen" der Wasserbetriebe ist hier die Rede? “
    Versäumnisse: Die Brunnensanierung und Anzahl/Zustand der Messstellen wieviel Wasser überhaupt vorhanden ist. Wenn man das nicht weiß, wird ein Entnahmeverbot bei Trockenheit angeordnet und die Entnahme für eine Fabrik in Freienbrink auch angeordnet. Verwaltungsroulette als Traumjob?

  9. 55.

    Ich habe es etwas anders gemeint. Bitte mit anderen Augen lesen. Rasen grün halten, mit Gewalt, habe ich zu keinem Zeitpunkt beworben. Obwohl der Havelwasserstand nicht betroffen wäre, wenn alle den Rasen grün halten, mit Havelwasser.
    Sie können auch keinen Autofahrer überzeugen sein Auto nicht mehr zu pflegen, weil an anderen Orten der Erde das Wasser knapp ist. Es wäre sogar dann fahrlässig faul.

  10. 54.

    "Ich gieße schon seit Jahren mit Beginn der Hitzewelle erst spät abends" Besser ist frühmorgens, ansosnten freuen sich die Schnecken über den schön feuchten Oberboden in der Nacht. Oder eben die schon mal erwähnten Perlschläuche ein paar Zentimeter eingebuddelt.

  11. 53.

    Von welchen "Versäumnissen" der Wasserbetriebe ist hier die Rede?
    Ein solches Verbot kann ich nur begrüßen, andere Städte und Gemeinden sollten da schleunigst nachziehen!
    Mit großem Ärger beobachte ich fast täglich, wie "Gartenfetischisten" ihren Rasen tagsüber beregnen, nur um ein möglichst sattes Grün vorzuweisen. Warum? Damit er grüner ist als der des Nachbarn? Mein Rasen hat zwar eine ungesunde Farbe, dafür sind meine Bäume und Beete knackig und frisch. Ich gieße schon seit Jahren mit Beginn der Hitzewelle erst spät abends- ich will ja die Wurzeln nicht kochen...
    Allerdings betrifft das Verbot nur die Nutzer von Grundwasserpumpen. Warum wird Gartenbewässerung aus dem Trinkwassernetz nicht auch verboten- das wird letztendlich auch dem Grundwasser entnommen und ist zudem TRINKWASSER. Ist den Leuten überhaupt bewusst, dass es Menschen auf der Welt gibt, die keinen Zugang dazu haben?
    Sind wir schon so abgestumpft, dass es uns erst interessiert, wenn es nicht mehr vorhanden ist...

  12. 52.

    Für Pflanzen ist auch ohne Sonne das Besprühen der Blätter eher ungut. Begünstigt Pilze, z. B. Bei so Allerweltspflanzen wie Rosen oder vielen Stauden wie Phlox.

    Also immer schön Boden gießen!

  13. 51.

    wenn Neid und Missgunst überwiegt. Und unmoralische Zuteiler gibt es so einige."
    Tja, und sowas entsteht, wenn man an jedes Problem die gleiche Schablone anlegt.
    Da werden verdörrte Landschaften schnell zu einem Zeichen unwilliger Wasserwerke und von Neid und Mißgunst.
    Und natürlich, die bösen, sozialistischen Zuteiler dürfen auch nicht fehlen.

  14. 50.

    "Ausserdem ist ein Autofahrer verpflichtet sein Auto so zu reinigen, daß er selber freie Sicht hat und die Beleuchtungsanlagen sauber sind, damit z B. verschmutze Scheinwerfer andere Verkehrsteilnehmer nicht blenden."
    Jo - is' so. Aber 'n kleiner Wassereimer reicht dazu allemale. Dann gibt es noch Insektenschwämme - oder alte Strumpfhosen - saubere natürlich. Dicke Viecher bekommt man mit feuchtem Zeitungspapier gut runter - also ist die "B" doch für was gut.

  15. 49.

    "Mangel zu verwalten kann von Nichtbetroffenen sogar sicher sein, wenn Neid und Missgunst überwiegt."

    Hä?

  16. 48.

    So wie auf dem Artikelbild sollte es natürlich nicht gemacht werden.
    Der kurze Schatten der Töpfe deutet auf die Mittagszeit hin und da die Blätter und Blüten besprühen, geht nach hinten los.

  17. 47.

    Warum nicht?
    Soll doch nur tröpfeln und nicht sprühen.
    Wenn die Fläche für einen Schlauch zu groß ist, kleiner Verteilerbalken oder mehrkanalige Schaltuhr davor und nicht alles gleichzeitig öffnen.

  18. 46.

    Und wenn der Preis zweitrangig oder die Pflanzen sehr hochwertig oder das Wasser teuer sind, nimmt man einen Bewässerungscomputer und schließt den Regelkreis mit geeigneten Tensiometern und optimiert das ganze über Anbindung an Wetterdaten, um Bewässerung vor bzw. während einem kräftigen Regenschauer zu vermeiden.
    Ob man das dann aber noch "grüner Daumen" nennen darf, ist zu bezweifeln.

  19. 45.

    Manchen Wasserbetrieben und Verwaltungen kommt der Klimawandel aber so richtig gelegen, ... um die nichtgemachten Hausaufgaben zu verdecken. Mangel zu verwalten kann von Nichtbetroffenen sogar sicher sein, wenn Neid und Missgunst überwiegt. Und unmoralische Zuteiler gibt es so einige.

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